SM-Hamburg / Gedichte


Glühen


Ein Glas zerbirst
kleine Scherben springen und klirren
berühren den Boden
kalt-nass
ebenmässig weiss

meine Haut glüht
die Seile hat mein Herr so stark geführt
dass ich äusserlich bewegungslos bin
innerlich in Aufruhr
meine Gedanken kreisen

meine Haut glüht
eine klitze-kleine Glasscherbe
sie hat sich auf meine Haut gelegt
eine Bewegung nur
sie wird meine Haut durchdringen

meine Haut glüht
etwas in mir fühlt sich der Scherbe nah
sie ist bereits in mir
in meiner glühenden Haut
ein roter Fleck

meine Haut glüht
meine Gedanken sind eins mit dem Glasstück
sie in mir
eine Türe öffnet sich
Schritte nähern sich

meine Haut glüht
ein Tropfen fällt auf meine Schulterblätter
es zischt
Eiswürfel um Eiswürfel suchen sich ihre Wege
auf meinem Rücken

meine Haut glüht
mein Verlangen deine Hand zu spüren
schier unerträglich
das straff gezogene Seil umfängt mich
gnadenlos

meine Haut zerbirst
in tausende von Stücken vor Verlangen
deine strenge unerbittliche Hand
durch die Fesseln hindurch
meine Haut glüht

Verlangen erfasst mich
Welle um Welle
die Welt um mich herum brodelt und siedet
deine Hand noch stärker
meine Haut noch glühender

meine Haut glüht
du lässt mich aus den Wellen der Leidenschaft
und des Tosens auftauchen
zusammen mit dir
gleiten wir erneut in andre Welten und Wiederbeginn.



© '02 by Wilde Orchidee

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